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Fandemo in Berlin - Nachbetrachtung

„Getrennt in den Farben, vereint im Ziel“ zeigte sich bereits bei den Redner_innen: begrüßt wurde die Demo für Unsere Kurve von einem Mitglied des HSV Supporters Club, für ProFans von einem Mitglied der Wilden Horde und für BAFF

 

von einem Mitglied der Sankt Pauli Mafia NRW. Enthielten

die Begrüßungstexte schon die Aufforderung zur Selbstkritik,

wurden die beiden sich anschließenden längeren Redebeiträge wesentlich deutlicher in ihrem Appell an die Fanszenen. Der Vertreter der Harlekins sprach unter anderem über die Veränderungen der Ultraszenen in Deutschland, während der Redner der Schickeria am Beispiel Italiens aufzeigte, wie Gewalt und Repression eine ganze Fankultur zerstören können. Mit einer von Sandra Schwedler/ProFans verlesenen Grußadresse der KOS schloss die Auftaktkundgebung.

 

 

Über Karl-Liebknecht-Straße, Torstraße, Friedrichstraße und Straße Unter den Linden zogen in den folgenden drei Stunden bei strahlendem Sonnenschein geschätzte 7000 Fans und Mitglieder von an die 50 Fanszenen.

Jeder Block trug ein oder mehrere Transparente mit dem selbst gewählten Motto, Fahnen und in der Regel einheitliche T-Shirts mit dem Logo der Kampagne. Einige Szenen bewiesen wirklich Kreativität bei der Umsetzung ihres Mottos und trugen selbst gebastelte Überwachungskameras mit sich oder hielten grüne und weiße Regenschirme über die Köpfe. Blickfang aber war der riesige Darth Vader, der als Symbol für das USK den Bayern München-Block überragte.

 

Der einzige Block, der durch das Fehlen von Farben, Fahnen und Transparenten für Irritation sorgte, waren Fans des FC Magdeburg. Laut einer Erklärung im „Planet MD“ wollten sie die Demo zwar durch ihre Anwesenheit unterstützen, riefen aber nicht als geschlossene Fanszene zur Teilnahme auf, sondern überließen die Koordination dem Fanprojekt.

Auch akustisch sorgte der Demonstrationszug für ständige Aufmerksamkeit: einige Gruppen hatten Trommler dabei und wurden durch ihre Vorsänger angefeuert, so dass eigentlich immer ein oder mehrere Gesänge angestimmt und von anderen Gruppen aufgegriffen wurden. „Fußball muss bezahlbar sein – für alle“, „Wir sind die Fans, die ihr nicht wollt“ oder „Pyrotechnik ist doch kein Verbrechen“ (zur Melodie von Bonnie Tylers „It's a Heartache“).

Positiv fiel auf, dass kaum Polizei in Uniform zu sehen war, dafür tummelten sich etliche Zivilbeamte und SKB im Umfeld.

Durch die Einkaufsmeile Friedrichstraße und vorbei an den preußisch-imposanten Gebäuden Unter den Linden kehrt der Demonstrationszug gegen 17 Uhr zum Bahnhof Alexanderplatz zurück. Auf der Abschlusskundgebung sprach zunächst der Berliner Rechtsanwalt René Lau über die „Datei Gewalttäter Sport“. Anschließend riss der Bremer Wilko Zicht/BAFF mit seiner Rede die Anwesenden zu Begeisterungsstürmen hin, bevor er der Menge einen Spiegel vorhielt und sie außerdem dazu aufforderte, sich aktiv in den Fanorganisationen zu beteiligen. Ebenfalls sehr engagiert der Beitrag von Johannes Liebnau/CFHH für Unsere Kurve, bevor sich Sandra Schwedler im Namen von ProFans abschließend bei allen Teilnehmenden für Organisation, Unterstützung und Kommen bedankte.

Misst man den Erfolg einer Veranstaltung an der gelungenen Durchführung und der medialen Resonanz, dann war diese Demonstration ganz eindeutig ein Erfolg und hat sicher viele der im Vorfeld Beteiligten positiv überrascht.

Da es aber nicht nur um einen einmaligen öffentlichen Erfolg geht, sondern die Kampagne auf Nachhaltigkeit und langfristige Veränderungen zielt, bleibt zu hoffen, dass die in den Reden geforderte Bereitschaft zur Selbstkritik in den Gruppen und Szenen umgesetzt werden kann.

Alleine die Vorstellung, welchen Einfluss die Fanszenen haben könnten, würden sie, anstatt Energien in Revierkämpfen zu verpulvern, ihre Interessen den Verbänden gegenüber gemeinsam vertreten ...

E.

 

 

 

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