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Pressemeldung: BAFF fordert Aufklärung des Angriffs auf das "Jolly Roger"

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BAFF fordert Aufklärung des Angriffs auf das „Jolly Roger“ in Hamburg und Kennzeichnung von Polizeibeamten

Der Polizeiangriff auf die Hamburger FC Sankt Pauli-Fankneipe „Jolly Roger“ in der Nacht auf den 5. Juli ist das aktuellste Beispiel einer Reihe von überzogenen Polizeieinsätzen, die wir mit zunehmender Sorge und Wut beobachten. Stellvertretend seien hier die Einkesselung von mehr als 200 Frankfurter Fans letzten November in Bremen genannt sowie die stundenlange Blockade des Lokals „Kastanie“ nach dem Spiel Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin im April dieses Jahres. Die Polizei setzte in den letzten Monaten vermehrt Knüppel und Reizgas gegen Fußballfans ein. Neu und im hohen Maße besorgniserregend ist in diesem Fall, dass die Beamten der Eutiner BFE eine Kneipe stürmten. Teils schwere Verletzungen Unbeteiligter waren die Folge. Eine strafrechtliche Verfolgung gestaltet sich als schwierig, da die Polizeibeamten aufgrund ihrer legalen Vermummung nur schwer zu identifizieren sind. Daher fordert das Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) vom Gesetzgeber erneut eine zwingende Kennzeichnung der Polizeibeamten. Übergriffe wie in Hamburg tragen wesentlich zum Aufbau von Feindbildern bei. Sämtliche auf Tagungen und Kongresse gelobten Dialogansätze zwischen Fußballfans und Polizei wirken dadurch wie bloße Lippenbekenntnisse. Dies ist aktuell besonders frustrierend, fand doch erst vor wenigen Wochen die Zukunftswerkstatt „Fußballfans und Polizei – Abbau der Feindbilder“ statt, an der auch BAFF teilnahm. Die Hamburger Polizei geht offensichtlich noch einen Schritt weiter. In einer Sitzung des Hamburger Innenausschusses stellte Einsatzleiter Born fest. „Die Beamten wurden aus der Kneipe heraus mit Flaschen, Gläsern, Barhockern und Glasaschenbechern beworfen. Die Polizisten haben sich mit Pfefferspray gewehrt.“ Justus Peltzer vom Fanladen St. Pauli widerspricht: „Uns liegen Augenzeugenberichte vor, die absolut glaubwürdig sind und übereinstimmend aussagen, dass dieses keineswegs der Fall war, sondern dass sie keinen Grund für das harte Eingreifen der Polizei erkennen konnten.“ Peltzer weiter: „Jeden Tag erzählt die Polizei eine andere ‚Wahrheit’ des Vorgangs im Jolly Roger, es wird aber immer unglaubwürdiger.“ BAFF fordert weiterhin nicht nur eine wirksame Aufklärung der Vorfälle sondern auch entsprechend nachhaltige Konsequenzen für die beteiligten Polizistinnen und Polizisten sowie die Einsatzleitung. Des Weiteren muss es Konsequenzen für Innensenator Ahlhaus geben.

17.07.2009, 19:01 von joe2410 | 2783 Aufrufe
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